Objekt(12116): Alte Schule Alte Schule

ID: 139590472910
Datum: 03.07.2018
Datenbestand: BauforschungBauforschung
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Information(12116): Alte Schule Objektdaten

Straße: Kirchgasse
Hausnummer: 17
Postleitzahl: 79423
Stadt: Heitersheim
Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Breisgau-Hochschwarzwald (Landkreis)
Gemeinde: Heitersheim
Wohnplatz: Heitersheim
Wohnplatzschlüssel: 8315050003
Flurstücknummer: keinekeine
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes
BW
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Objektverknüpfungen(12116): Alte Schule Objektbeziehungen

keinekeine
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Objekt(12116): Alte Schule Umbauzuordnung

keinekeine
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Objekt(12116): Alte Schule Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Bauforschung und RestaurierungEhem. Johanniter- und Malteserschloss, Staufener Straße, Johanniterstraße 1/1a, 81-85 (79423 Heitersheim)
BauforschungGasthof zum Ochsen. (79423 Heitersheim, Im Stühlinger 10)
BauforschungKath. Pfarrhaus (79423 Heitersheim, Johanniterstraße 74)
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Bauphasen(12116): Alte Schule Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die Errichtung des Schulhauses datiert in das Jahr 1793 (i), worauf die Jahreszahl im Sturz der Eingangstür verweist. Nach den Planunterlagen fand 1926 ein Umbau im Erdgeschoss statt. Mit nicht genauer Sicherheit lässt sich der Anbau an der nordwestlichen Ecke datieren, der für kurze Zeit eine Trikotfabrik aufnahm. Die Erbauung in der Zeit um 1956/ 58 ist möglich, jedoch scheint das Erscheinungsbild mehr für die 1960er oder frühen 1970er Jahre zu sprechen.


1. Bauphase:
(1783)
Im Sturz der Eingangstür findet sich die Jahreszahl 1783 als Errichtungsjahr, was durch einige vorliegende Archivalien aus dem Vorjahr im Zusammenhang mit der Errichtung nachgewiesen wird.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt

2. Bauphase:
(1926)
Ein Umbau im Erdgeschoss fand nach Planungsunterlagen 1926 statt.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss

3. Bauphase:
(1956 - 1958)
Der nordwestliche, die Ecke ausfüllende Anbau wird nach Auskunft in die Zeit um 1956 und 1958 datiert, als das Gebäude für kurze Zeit eine Trikotfabrik aufnahm. Die Machart vermittelt jedoch den Eindruck einer Entstehung in den 1960er oder frühen 1970er Jahren.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Anbau
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Besitzer(12116): Alte Schule Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
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Fotos

Ansicht / Alte Schule in 79423 Heitersheim (Stefan King)

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Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Analyse
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Beschreibung(12116): Alte Schule Beschreibung

Umgebung, Lage: Das Gebäude hat seine nördliche Schmalseite zur Johanniterstraße gerichtet und steht mit seiner östlichen Längsseite an der Kirchgasse, wo sich auch der Zugang befindet.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): Ein Sockelgeschoss steht zur Hauptstraße frei, ist von dieser Seite her zur Hälfte unterkellert und läuft nach hinten in den Hang. Darauf erheben sich zwei Vollgeschosse und ein Vollwalmdach. Die beiden Vorderseiten weisen regelmäßige, symmetrische Fensterachsen auf und die Eingangstür liegt im Zentrum der Längsseite. Die obergeschossigen Fenster sind etwas höher und entsprechen der größeren Raumhöhe des Obergeschosses.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Von der Hauptstraße her gibt es drei Zugänge zum Untergeschoss in symmetrischer Anordnung: mittig ein korbbogiges Tor und zu beiden Seiten Türöffnungen. Dahinter liegt jeweils ein separater Kellerraum. Der östliche Kellerraum reicht bis zur Flurwand des Erdgeschosses. Eine Tür führt in einen Vorkeller mit einer ins Erdgeschoss hinaufsteigenden Treppe, womit er als einziger der drei Kellerräume vom Inneren her zugänglich ist.
In Querrichtung verläuft durch das Erdgeschoss ein Mittelflur von der Eingangstür an der vorderen Längsseite zu einer Türöffnung an der rückwärtigen Längsseite, der heute den Durchgang zum Anbau bildet. Innerhalb des Flurs lag die ins Obergeschoss führende Treppe. Der Mittelflur teilt die Grundfläche in einen nördlichen und einen südlichen Abschnitt, die beide in mehrere Räume untergliedert waren. Im nördlichen Abschnitt nahm ein großer Raum die ganze östliche Hälfte ein. Der südliche Abschnitt des Erdgeschosses war durch zwei Längswände in drei Bereiche gleicher Breite gedrittelt.
In Entsprechung zum Erdgeschoss verlief auch im Obergeschoss ein Querflur von Längsseite zu Längsseite. Nördlich und südlich des Gangs lag jeweils ein geräumiger Schulsaal. Vom Flur führten jeweils zwei Türen in jeden Saal, wovon die eine am einen und die andere am anderen Ende des Flurs lag. Innerhalb des Flurs lagen eine von unten heraufführende Treppe und die schmalere Treppe ins Dach.
Für den Dachraum konnte keine spezifische Nutzung festgestellt werden. Die Bauzeichnungen von 1912 und 1926 zeigen jeweils eine kleine Schleppgaube an beiden Schmalseiten und zwei Stück an der vorderen Längsseite. Die frühere, vom obergeschossigen Mittelflur heraufführende Treppe zeichnet sich als Ausschnitt im Dielenbelag ab.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): keine Angabenkeine Angaben
Bestand/Ausstattung: keine Angabenkeine Angaben
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Konstruktionen(12116): Alte Schule Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach mit beidseitigem Vollwalm
  • Holzgerüstbau
    • allgemein
  • Mischbau
    • Innenwand aus Holz
    • Innenwand aus Stein
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
  • Verwendete Materialien
    • Backstein
    • Putz
Konstruktion/Material: Konstruktiver Aufbau
Innerhalb der gemauerten Umfassungswände sind Innenwände, Decken und Dachwerk als Holzgerüst abgezimmert. Für das Mauerwerk wurden Bruchsteine, die vermutlich aus nahegelegenen Brüchen am Fuß des Schwarzwalds gebrochen wurden, verwendet. Es kann im südlichen Teil des Obergeschosses eingesehen werden, wo der Wandputz großflächig fehlt. Für die Werksteinarbeiten kam beiger Sandstein zum Einsatz, dessen Oberflächen scharriert sind. Während die Fenstergewände außen einen umlaufenden Falz besitzen, tragen die Türöffnungen Fasen, die in Ausläufen in Karniesform enden. Für die Holzkonstruktion kam Nadelholz zum Einsatz. Möglicherweise sind die Mauerschwellen oder ein Teil davon aus Eichenholz gefertigt, was jedoch nicht einsehbar war.
Untergeschoss
Im abschüssigen Gelände wurde ein gemauertes Sockelgeschoss ausgebildet, das nur in der nördlichen Hälfte unterkellert war, wo das Gelände am tiefsten liegt, bestehend aus drei gewölbten Räumen. Daran schließt sich ein Vorraum für die Anbindung ins Erdgeschoss an, der die Breite des erdgeschossigen Flurbereichs besitzt. Über den Kellerräumen liegt der Boden des Erdgeschosses auf Lagerhölzern, die in die Auffüllung über den Kellergewölben eingebettet sind. Über dem Vorkeller sind Deckenbalken in ost-westlicher Spannrichtung mit Fehlboden verlegt. Die übrige Fläche auf der Südseite bildet ein Hochparterre, was eine Aufschüttung im Inneren notwendig machte.

Erd- und Obergeschoss
Die Umfassungswände des Gebäudes sind gemauert. Die Mauerstärke beträgt im Erdgeschoss rund 74 cm und im Obergeschoss 69 cm, jeweils einschließlich Außen- und Innenputz. Die Fensteröffnungen besitzen Werksteingewände in der Außenflucht und innenliegende Fensternischen mit schrägen Flanken und einer stichbogigen Wölbung aus Bruch- und Backsteinen. Die Außentüren in der Mitte der beiden Längsseiten sind recht breit bemessen, sodass sie zweiflügelig geteilt waren, und sie haben ein Oberlicht in ganzer Breite. Öffnung und Oberlicht werden von einem schmalen Sturzstein getrennt. Die innenliegenden Nischen schließen mit Sturzbalken ab.
Das Erdgeschoss weist eine Raumhöhe von etwa 274 cm auf. Die Fenstergewände rahmen hier Öffnungen von 107 cm Breite und 154 cm Höhe. Demgegenüber ist das Obergeschoss deutlich höher ausgebildet mit einer Höhe von rund 317 cm und Fenstern gleicher Breite aber 170 cm hoch.
Die Innenwände sind als Holzständergerüst aufgebaut. Im Obergeschoss gibt der entfernte Putz den Blick auf den Wandaufbau mit zweifacher Verriegelung und einer Gefachfüllung aus Bruchsteinmauerwerk frei. Der Aussteifung dienen Feldstreben, wobei im Erdgeschoss aufgrund der vielen Türöffnungen und Feuerwände nur wenige Wandfelder groß genug waren, um dort Streben unterbringen zu können. Die Verzapfungen von Kopf- und Sturzriegeln sind vernagelt. Im Erdgeschoss liegen die Sturzriegel der Türen ein kleines Stück höher als die Kopfriegel, im Obergeschoss jedoch deutlich tiefer, was mit unterschiedlichen Geschosshöhen und entsprechend abweichenden Proportionen herrührt. Soweit erkennbar waren die Wände flächig verputzt, sodass das Holzwerk nicht sichtbar war. Einzelne Wandfelder der Innenwände sind als Feuerwände ausgebildet, indem sie unverriegelt blieben und stattdessen eine Ausmauerung in ganzer Höhe von Schwelle zu Rähm ausgebildet wurde. Im Erdgeschoss ist südlich des Flurs offenbar auch die Schwelle ausgesetzt worden. Die dortige Feuerwand besteht aus Bruchsteinmauerwerk, wo 1898 ein Backofen eingezeichnet ist. Im Obergeschoss ist wegen des abgenommenen Wandputzes wiederum die Feuerwand gut sichtbar, die aus Backstein des Formats 28/13/6,2 cm gemauert ist. Darin ist bodennah ein gefälztes Werksteingewände für die Ofenbefeuerung eingesetzt. Innerhalb des Backsteinverbands sind Unregelmäßigkeiten zu erkennen, bei denen es sich um Verzahnungen für den Kamin handelt, wonach auch der bauzeitliche Kamin raumseitig stand und die Feuerwand selbst die vierte Seite desselben bildete. Die Verzahnungen decken sich mit dem heutigen Kamin nicht, wonach sie vom vorausgehenden – sicherlich dem bauzeitlichen – herrühren. Dieser war mit 82 cm deutlich breiter bemessen als der bestehende mit 53 cm. Die Feuerungstür liegt westlich daneben. Oberhalb derselben sind weitere Verzahnungen einer schrägen Führung zum Hauptzug zu erkennen.
Auch im Erdgeschoss ist ein bodennahes, gefälztes Werksteingewände für die Befeuerung nachweisbar, diesmal aber östlich des Hauptzugs gelegen und sicherlich auch hier mit schräger Einleitung. Die Befeuerung des Ofens erfolgte sozusagen durch den seitlichen Kaminzug hindurch, in der Steinhauerliste „Vorkamin“ benannt, weshalb ein Holzladen genügte, der groß genug bemessen war, um an das eigentliche Ofenloch, laut Steinhauerliste „Rothwieler Ofenlöcher“, zu gelangen.
Das Gebälk der Decke über dem Erdgeschoss ist in Querrichtung verlegt. Eine im Vorfeld angelegte Öffnung im Boden des Obergeschosses innerhalb des nordwestlichen Eckbereichs lässt erkennen, wie die Balken etwa 20 cm tief ins Mauerwerk greifen, also so weit, wie es für ein Auflager auf einer Mauerschwelle notwendig war. Den Balken sind seitliche Nuten zur Aufnahme eines Fehlbodens eingelassen, auf den eine wenige Zentimeter dicke Strohlehmpackung aufgebracht und der Rest mit Schutt aufgefüllt wurde. Die Längswände des Erdgeschosses dienen als Zwischenauflager, doch keines davon durchmaß den Mittelflur, um die dortigen Balken zu tragen. Dies wurde auf eine andere Weise gelöst, indem der westliche Wechsel des Treppenlochs über die ganze Breite spannt und die Deckenbalken zu beiden Seiten einzapfen, sodass er zugleich diese Aufgabe übernimmt.
Die Decke des Obergeschosses wird vom ebenfalls quergespannten Dachgebälk gebildet, ergänzt um kurze Stichbalken an beiden Schmalseiten. Da es hier keine Längswände gab, die als Zwischenauflager hätten dienen können, wurde das Gebälk in der Dachkonstruktion abgehängt (siehe unten). Anzahl und Lage der Balken können anhand der dort sichtbaren Eisenbolzen abgelesen werden. Aus dieser Konstruktionsweise heraus erklärt sich auch die Unterbringung der Lehrerwohnung unten und die Schulsäle darüber – eben anders herum, als man es erwarten möchte. Doch hätte man die kleinteilige Wohnung über die großen Säle legen wollen, dann hätte bei gleichartiger Konstruktionsweise die Abhängung durch das Obergeschoss hindurchgeführt werden und dieses mitgetragen werden müssen, was nach einer sehr viel stärkeren Dimensionierung von Hängewerk und Außenwänden verlangt hätte.

Dachwerk
Das Dachwerk hat die Form eines Vollwalmdaches. Konstruktiv ist es als Sparrendach mit eingestelltem liegendem Stuhl aufgebaut. Die Stuhlachsen sind in drei Querachsen, in einer Mittellängsachse und unter den vier Graten angeordnet. Die Stuhlstreben stehen auf Schwellen und tragen Rähme mit polygonalem, der Dachschräge angepasstem Querschnitt. Der Aussteifung innerhalb der Binderachsen dienen Kopfstreben, die mit Schubversatz einzapfen. Für die Aussteifung innerhalb der schrägstehenden Ebene sind Feldstreben angeordnet, teilweise mit einer mittigen Zwischenstuhlstrebe verbunden, sowie eine Verriegelung, die an den Gratstuhlstreben nur in flache, einen Versatz bildende Taschen laufen und dort mit einem Eisennagel fixiert worden sind.
Im 2. Dachgeschoss setzen sich die drei Querbundachsen in Form eines Bockgerüsts fort, das allerdings kein Firsträhm trägt. Eine Längsaussteifung setzt sich aus einer Verriegelung und zu dieser aufsteigenden Kopfstreben zusammen. Das Dachgebälk lagert auf zweifachen Mauerschwellen. Die Sparren zapfen in die Dachbalken. Sparrenoberseite und Dachbalken treffen exakt in der äußeren Wandflucht zusammen. Die Dachbalken kragen 20 cm weit vor, bilden auf diese Weise genügend Vorholz aus und werden von langen Aufschieblingen überbrückt. Inwiefern bzw. in welcher Form ein Traufkasten ausgebildet war, konnte nicht ermittelt werden.
Die Lage der Querbundachsen stimmt nicht mit den Querwänden im Obergeschoss überein, vielmehr wurde ihre Lage durch die Dachform vorgegeben, indem Querbundachsen unter den beiden Walmanfallspunkten verlaufen. Dort treffen die liegenden Bünde der Mittelachse und der Grate mittig zusammen. Für den Bereich dazwischen war eine weitere Querbundachse notwendig, doch ergab sich mit dem gewählten bzw. üblichen Balkenabstand eine ungerade Zahl an Balkenfeldern, sodass sich der Zimmermann für ungleiche Querzonen von vier und von fünf Balkenfeldern entschieden hatte.
Jene beiden Querbinderachsen unter den Walmanfallspunkten sind in Kombination mit einem Hängewerk abgebunden, dessen mittige Hängehölzer im 2. Dachgeschoss abgestrebt sind und im Zwickel des Bockgerüsts stumpf enden. Die betreffenden Binderdachbalken sind mit einem unterseitig umgeschlungenen und seitlich weit nach oben gezogenen Eisenband am Hängeholz befestigt. Unmittelbar seitlich davon verläuft ein Überzug über die gesamte Gebäudelänge, bestehend aus zwei Teilen mit stumpfem Stoß oberhalb der südlichen Querwand des Obergeschosses. Er lagert auf besagten Binderdachbalken und an beiden Enden auf der Stuhlschwelle, wofür Überzug und Schwelle jeweils ausgenommen sind. Der Hängung der übrigen Dachbalken dienen Eisenbolzen, welche vermutlich unten einen Kopf besitzen, oben einen Schlitz aufweisen, wo sie über einer rechteckigen Unterlegplatte mittels eines durchgesteckten Splints fixiert wurden. Wo die Stärke des Überzugs größer war als Länge der Bolzen, wurden entsprechende Aussparungen geschaffen.
Jene Dachbalken, die direkt am Hängeholz befestigt sind bzw. über den beiden Querwänden des Obergeschosses liegen, weisen keine solche Aufhängung auf. Die Dachlattung und der größte Teil der Ziegeldeckung rühren augenscheinlich aus der Bauzeit her. Die gesägten Latten weisen unterschiedliche Breiten auf, sind mit einem Lattenabstand zwischen 19 und 22 cm aufgebracht und mit Eisennägeln befestigt. Die handgestrichenen Ziegel von 38 cm Länge und 16,5 cm Breite mit Spitzschnitt sind in Einfachdeckung mit untergeschobenen Holzschindeln verlegt. Im Bereich, wo heute der Dachraum des rückwärtigen Anbaus anschließt, war die Dachdeckung ursprünglich geschlossen, was sich anhand von Nagellöcher für die Lattung bis zum Ansatz der früheren Aufschieblinge äußert.
Wie bereits im Obergeschoss festgestellt, verlief die Westseite der Kamine ein kleines Stück weiter westlich als heute, wofür der Überzug tief und der Mittellängsunterzug etwas schwächer ausgeschnitten worden sind. Demzufolge waren die Kamine entweder in leichter Schrägstellung verzogen oder verjüngten sich.

Veränderungen
Beim Vergleich des bauzeitlichen Zustands mit dem Erdgeschossgrundriss von 1898 erweist es sich, dass vor diesem Zeitpunkt bereits einige Veränderungen vorgenommen worden waren. Das nördliche Drittel der Grundfläche der Wohnstube wurde durch eine eingezogene Wand abgeteilt. Diese setzt sich zusammen aus schwach dimensionierten Holzstielen und gestellten Backsteinen mit Lehm in der Funktion als Mörtel und Putz. Die Innenwand zwischen den beiden parallel ausgerichteten Räumen westlich der Wohnstube entfiel, doch ihr Rähm blieb als Unterzug für das Deckengebälk bestehen. Unklar ist, ob der dortige Deckenstuck erst zu diesem Anlass entstand oder bereits die beiden Einzelräume zierte.
Anstelle des vermuteten hölzernen Abortgangs, der im Erdgeschoss vermutlich offen war, ist dort 1898 ein Anbau dargestellt, dessen Raumnutzung mit „Schopf“ angegeben ist, womit er als Abstellraum und Holzlege gedient haben dürfte. Darin eingebaut ist ein kleiner Abort. Liegt im Grundriss von 1898 die Treppe noch im Mittelflur, war sie vor 1912 bereits in den Anbau ausgelagert worden, wo sie ein durchgehendes Treppenhaus vom Erdgeschoss bis ins Dach bildet. Mit der Verlagerung war zwingend eine Erhöhung verbunden. Das aus Schnittholz gezimmerte Dachwerk macht zwar einen modernen Eindruck, doch trägt es eine Einfachdeckung aus handgestrichenen Ziegeln mit Unterlegschindeln. Der Treppenlauf vom Erd- ins Obergeschoss besteht aus Granitstufen auf Stahlträgern, die Weiterführung ins Dach aus einer gestemmten Holztreppe. Das Geländer ist aus Schmiedeeisen in einfachen Formen gestaltet und wird von Schrauben zusammengehalten. Der um ein halbes Geschoss tieferliegende Zugang und die darüberliegende Fensteröffnung aus Werksteingewänden wurden in Verbindung mit der Treppe angelegt. Im Dachraum ist eine einstige Aufzugsöffnung samt Resten der Antriebsmechanik sichtbar, die vermutlich von einem Lastenaufzug
herrühren. Das alles trägt Merkmale des ausgehenden 19. Jahrhunderts, sodass zu vermuten ist, dass 1898 nicht nur die Kamine erneuert worden sind, sondern sich die Schaffung des Treppenhauses und möglicherweise noch weitere Umbaumaßnahmen anschlossen.
Dazu könnte auch der Einbau von metallenen Flügeln in der mittigen Toröffnung des Untergeschosses gehören, denn sie sind in dieser Form bereits in den Zeichnungen von 1912 wiederzufinden. Die Hängung der schweren Flügel erfolgte mit Hilfe von Bolzen, die durch die Gewändesteine gesteckt und auf der Außenseite von sechseckigen Muttern fixiert sind.
1926 wurde im Erdgeschoss ein dritter großer Schulsaal eingerichtet, der sich über die Fläche der vormaligen Küche und der westlich davon gelegenen Räume ausdehnt. Anstelle der tragenden Längswand wurden Stahlträger eingezogen. Die Umfassungswand an der südlichen Schmalseite wurde herausgebrochen, um dort drei große Fenster schaffen zu können. Die Räume östlich des Schulsaals dienten nun als Küche. Im Erdgeschoss bekam die westliche Außenwand im Bereich nördlich des Mittelflurs eine Vorsatzschale aus Schlackenzement (?) mit Abstand zum Mauerwerk, das dort keinen Putz mehr trägt. Es ist anzunehmen, dass diese Maßnahme vor der Errichtung der nordwestlichen Erweiterung datiert.
Zur Schaffung großer Schleppgauben auf östlicher und nördlicher Dachfläche wurde aus den betroffenen Sparren ein Stück herausgetrennt, sodass der untere Teil derselben bestehen blieb. Nach der Machart zu urteilen, geschah dies in den 1950er Jahren. Später wurde mittels Nut- und Feder-Wänden im südwestlichen Eckbereich ein Lagerraum abgetrennt.
In Verbindung mit der Errichtung des nordwestlichen Eckanbaus erfolgte im Obergeschoss eine Veränderung der Raumaufteilung. Der Mittelflur wurde dem südlichen Saal zugeschlagen, zugleich aber wiederum ein Vorplatz und ein Eckraum abgetrennt. Der südliche Kamin erhielt eine Vorsatzschale, sicherlich um den Dachbalken zu stützen, der zuvor der Querwand auflag, und einen rustikalen Verputz. Die Wände wurden mit einer Nut- und- Federschalung verkleidet, zuvor aber der Wandputz dahinter vollständig abgeschlagen. Als Grund dafür wäre denkbar, dass man verhindern wollte, dass sich Putz hinter der Schalung lösen sollte. Doch das Gegenteil trat ein, denn die vielen seither abgefallenen Mörtelpartikel haben sicherlich zu beständigen Rieselgeräuschen geführt. Die leichten Trennwände sind aus zwei Nut- und Feder-Schalungen aufgebaut. Der Zugang zum nördlichen Saal erfolgte durch den nordwestlichen Eckanbau, welcher mittels eines großen Wanddurchbruchs mit dem Saal verbunden wurde.
Nachdem die Wohnnutzung im Erdgeschoss aufgegeben und die Küche nicht mehr benötigt wurde, konnten dort Toiletten eingebaut werden. Die früheren Wohnräume nördlich des Mittelflurs bekamen Nebenfunktionen im Rahmen des Schulbetriebs oder dienten örtlichen Vereinen.
Ein großer Teil des Bodenbelags des 2. Dachgeschosses besteht aus ausgedienten Fensterläden und Türblättern. Bei den Fensterläden handelt es sich um geschlossene Bretterläden mit hellem Ölfarbanstrich von 55 cm Breite und 154 bzw. 170 cm Höhe, wonach die Läden vom Gebäude aus Erd- und Obergeschoss herrühren. Sie sind mit Bändern unterschiedlicher Formen beschlagen, sodass ein großer Teil von älteren Läden weiterverwendet worden war.