Gebäude "Hotel und Gasthaus Anker"
ID:
133706092418
Datum:
18.01.2012
Datenbestand:
Bauforschung
Bauforschung
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Objektdaten
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Bauphasen
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Kurzbeschreibung der Bau- / Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen: Aus den Dendro-Daten und dem Gefüge ergab sich, dass die massiven Traufwände eines um 1347/48 (d) erbauten Rückgebäudes um 1361/62 (d), und spätestens bis in die Jahre 1432/33 (siehe nachfolgende Ausführungen) durch Fachwerkwände ersetzt worden waren. |
Zugeordnete Dokumentationen
Beschreibung
| Umgebung, Lage: |
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| Lagedetail: |
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| Bauwerkstyp: |
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| Baukörper / Objektform (Kurzbeschreibung): | Dreigeschossiger Baukörper. |
| Innerer Aufbau / Grundriss / Zonierung: |
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| Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): |
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| Bestand / Ausstattung: |
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Konstruktionen
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| Konstruktion / Material: |
Entlang des parallel zum Grundstück Sigismundstraße Nr. 10 verlaufenden Ehegrabens lassen sich zwei eigenständige Baukörper fixieren. Am deutlichsten tritt der hofseitige Bauteil hervor. Sein rückwärtiger Abschluss bildet eine Massivwand. Beide Ecken bestehen aus einem Mauerverband in Buckelquadern. Der Verband reicht bis zur Dachbasis des dreigeschossigen Gebäudes. Die Längsausdehnung des rückwärtigen Baus beträgt ca. 8,90 m. Im Zusammenhang mit einem späteren Umbau wurde der ursprüngliche Massivbau durch ein Fachwerkgerüst ersetzt. Von diesem Fachwerkgerüst zeugt ein bis zur Dachtraufe reichendes Ständergerüst, das auf dem verbliebenen Massivsockel aufsitzt. Es war in der Fuß- und Kopfzone mit verblatteten Gefügehölzern ausgesteift. Auch in Querrichtung war das Ständergerüst durch Kopfbänder ausgesteift. Ein in diesem Querbund verlegter Binderbalken datiert in die Jahre 1361/62 (d). Ein weiterer benachbarter Deckenbalken datiert in den Fällungszeitraum 1347/48 (d). Aus den Dendro-Daten und dem Gefüge kann folgende Schlussfolgerung gezogen werden: Die massiven Traufwände eines um 1347/48 (?) erbauten Rückgebäudes werden um 1361/62 (?), und spätestens bis in die Jahre 1432/33 (siehe nachfolgende Ausführungen) durch Fachwerkwände ersetzt. Der zweite, an der Sigismundstraße stehende Baukörper ist weitaus schwerer zu beschreiben. Prinzipiell sind es vier Aspekte, die auf einen ehemals eigenständigen Bau hinweisen. Erstens ist die im Bereich des Treppenhauses abknickende Bauflucht zu nennen. Sie ist nicht nur im Überbau vorhanden, sonder auch der Sockel zeigt eine deutliche Richtungsänderung. Zweitens die veränderte Ausrichtung des Deckengebälks. Im rückwärtigen Bereich ist das Gebälk quer zum First verlegt, vorne verläuft es firstparallel. Drittens ist das Dachwerk im rückwärtigen Abschnitt noch mittelalterlich und zeigt an der vermuteten Nahtstelle beider Gebäude, neben der Richtungsänderung, auch eine konstruktive Nahtstelle. Viertens weisen beide Bauteile unterschiedliche Sockelstärken auf. Das Dachwerk datiert in die Jahre 1432/33 (d) und fixiert eine für den Baukomplex entscheidende Bauphase. Spätestens jetzt werden beide Baukörper unter einem gemeinsamen Satteldach zusammengefasst. Das tragende Gerüst bildet eine zweifach stehende Stuhlkonstruktion, die auf Schwellen fußt. Die von den Stuhlpfetten unterstützten Sparrenpaare sind mit den Dachbalken verblattet und durch zwei Kehlbalken ausgesteift. Insgesamt handelt es sich um dreiundzwanzig Sparrengebinde. Ausgehend vom Straßengiebel sind sie durch römische Zahlzeichen markiert, wobei der erhaltene Dachteil mit der Nummer "XII" beginnt. Der vordere Dachboden wurde im 19./20. Jh. angehoben. Dabei wurden unter Verwenung der Altsparren ein neues Dachwerk abgezimmert. Der Umbau von 1432/33 (d) bezog sich auf den Unterbau. Im rückwärtigen Bauteil wurde das schadhaft gewordene Altgerüst verstärkt und ausgebessert, während im vorderen Bereich offenbar eine umfassende Modernisierung stattfand. Noch besaß der vordere Teil die Breite des Rückbaus, so dass der in die Umbauphase zu datierenden Stube im 1. OG ein schmaler Gang zuzuordnen ist. Innerhalb der Stubenquerwand ist die Basisbohle für die leicht gewölbte Bretter-Balken-Decke erhalten. Auch die vorhandene Türlage ist weitgehend identisch mit der mittelalterlichen Situation. Der erhaltene Traufständer zeigt eine Doppelnut für die ehemalige Verankerung der Wandbohle. In Anlehnung an die Querwand ist auch für die erste Hälfte des 15. Jhs. die Küche mit Herd- und Feuerstelle zu vermuten. Ob sie aus dem verbleibenden Raum des Grundrisses abgetrennt war, ist ungewiss. Um die Jahre 1599/1600 (d) wurde in Anlehnung an den straßenseitigen Kernbau ein Seitenflügel angebaut. Er zog sich über die gesamte Hofbreite. Im EG war wohl eine Durchfahrt angelegt, wodurch im 1. OG nun die Aufweitung des schmalen Ganges zu einem Mittelzimmer (Schlafkammer) möglich geworden war. In diese Zeit datiert wohl auch der Ersatz der alten Bretter-Balken-Decke durch die heute noch in der Stube vorhandene Kassettendecke. |
