Objekt(6745): ehem. Dienerwohnung des Reutlinger Oberamtes ehem. Dienerwohnung des Reutlinger Oberamtes

ID: 121320029101
Datum: 29.02.2008
Datenbestand: BauforschungBauforschung
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Information(6745): ehem. Dienerwohnung des Reutlinger Oberamtes Objektdaten

Straße: Kanzleistraße
Hausnummer: 26
Postleitzahl: 72765
Stadt: Reutlingen
Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Reutlingen (Landkreis)
Gemeinde: Reutlingen
Wohnplatz: Reutlingen
Wohnplatzschlüssel: 8415061015
Flurstücknummer: 117
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes
BW
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Objektverknüpfungen(6745): ehem. Dienerwohnung des Reutlinger Oberamtes Objektbeziehungen

keinekeine
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Objekt(6745): ehem. Dienerwohnung des Reutlinger Oberamtes Umbauzuordnung

keinekeine
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Objekt(6745): ehem. Dienerwohnung des Reutlinger Oberamtes Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

BauforschungFachwerkhaus, Bebenhäuserhofstraße 4 (72764 Reutlingen)
BauforschungFachwerkhaus, Albstraße 4 (72764 Reutlingen)
BauforschungFachwerkhaus, Kanzleistraße 24 (72764 Reutlingen)
Bauforschung und RestaurierungHeimatmuseum (72764 Reutlingen, Oberamteistraße 22)
BauforschungMarchtaler Hof, Klosterhof Marchtal, Oberamteistraße 31 (72764 Reutlingen)
BauforschungMarienkirche (ev. Stadtkirche St. Maria) (72764 Reutlingen, Weibermarkt 1)
Bauforschung und RestaurierungMarienkirche (ev. Stadtkirche St. Maria), Apostelfiguren Nordseite (72764 Reutlingen, Weibermarkt  1)
BauforschungMarienkirche (ev. Stadtkirche St. Maria), Turmhelm (72764 Reutlingen, Weibermarkt 1)
Bauforschung und RestaurierungPfarrwaschhaus, Krämerstraße 14 (72764 Reutlingen)
Bauforschung und RestaurierungScheune des Nürtinger Pfleghofs, Nürtingerhofstraße 12/1 (72764 Reutlingen)
BauforschungWohn- und Geschäftshaus (72764 Reutlingen, Katharinenstraße 14)
BauforschungWohn- und Geschäftshaus (72764 Reutlingen, Albstraße 2)
BauforschungWohnhaus, Katharinenstraße 16 (72764 Reutlingen)
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Bauphasen(6745): ehem. Dienerwohnung des Reutlinger Oberamtes Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die ersten Reutlinger Franziskanermönche kamen vielleicht um das Jahr 1250 aus Pfullingen. Chroniken des Ordens nennen das Jahr 1259 als Weihedatum ihrer Reutlinger Kirche, urkundlich belegt ist der Konvent erstmals 1273. Sechs Jahre später tagte erstmals ein Provinzialkapitel der Straßburger Provinz des Ordens in Reutlingen. Ab Mitte der 1280er Jahre siegelte das Kloster in Rechtsgeschäften mit einem eigenen Siegel. Gleichwohl lag die Verwaltung des stetig anwachsenden Besitzes des Konvents formal in den Händen eines vom Rat bestellten Verwalters. Der Grundbesitz wurde aus Stiftungen, aber auch durch Zukäufe stetig gemehrt.

Um 1500 besaß der Konvent Güter und Höfe in Altdorf, Altenried, Betzingen, Heimbach bei Weinsberg, Immenhausen, Kusterdingen, Melchingen, Metzingen, Niedernau, Ofterdingen, Undingen, Walddorf, Wankheim und Willmadingen. Hinzu kamen drei Weinberge und Rechte an Gebäuden und Flurstücken in Reutlingen selbst.

Während es in anderen Städten wegen der Konkurrenz in der Seelsorge häufig zu Konflikten zwischen dem übrigen Klerus und den Franziskanern kam, scheint das Verhältnis von Weltgeistlichen und Brüdern in Reutlingen insgesamt sehr gut gewesen zu sein. Über die Jahrhunderte hinweg wohnten Pfarrer aus der Stadt Tür an Tür mit dem Konvent. Auch im Streit zwischen Papst Johannes XXII. und König Ludwig von Bayern stellte sich die Reutlinger Niederlassung der Minoriten auf die Seite des Weltklerus: Anders als die meisten Franziskaner der Straßburger Provinz befolgten sie das über das Reich verhängte Interdikt von 1327, also das päpstliche Verbot, die Messe zu lesen.

Der Konvent erschien am Vorabend der Reformation gefestigt. Noch 1522 lebten 40 Mönche im Kloster, einer mahnte bei der Stadt mehrfach die Schließung des örtlichen Bordells an. Bis zur Abschaffung der Messe 1526 verließen dann mehrere Franziskaner das Haus, verheirateten sich oder wurden evangelische Pfarrer. Erst 1535 verkauften der letzte Guardian Johannes Schmidt und sein Vize das Kloster an die Stadt. Sie erhielten im Gegenzug dafür eine jährliche Rente von 50 Gulden solange sie in Reutlingen bleiben würden. Von anderen Bewohnern des Konvents ist in dem Vertrag nicht mehr die Rede.

Die Franziskaner entfalteten in Reutlingen eine beachtliche Bautätigkeit. Schon 1259 hatten sie mit Spenden aus der Bevölkerung einen eigenen Kirchenbau begonnen. Das Grundstück gab ihnen die Stadt dazu. Die Kirche befand sich neben dem Marchtaler Klosterhof. Sie wurde gegen 1539 abgebrochen, ihre Steine verwendete man zum Neubau der Spitalkirche am Markt.

Das Klostergebäude selbst muss zur Zeit des ersten Provinzialkapitels in Reutlingen 1279 schon soweit fertiggestellt gewesen sein, dass es den angereisten Brüdern Unterkunft bieten konnte. Jahreszahlen über den Eingängen auf der Süd- und Ostseite verweisen auf zahlreiche Umbauten in der Reformationszeit, nach denen der Bau als Spital diente. Mit der Stadt ging er 1802/03 in den Besitz Württembergs über, wurde Oberamtei, Kaserne und Wohnsitz des Regierungspräsidenten. Heute gehört der stattliche Bau am Kanzleiplatz, noch immer eines der größten Fachwerkgebäude Württembergs, wieder der Stadt. Diese unterhält dort das Friedrich-List-Gymnasium. DANIEL GOTZEN (Text entnommen von Klosterdatenbank Baden-Württemberg, http://www.kloester-bw.de/, Stand 08.03.2007)


1. Bauphase:
(1000 - 1500)
mittelalterlicher Bestand (Mauerreste des Chorhauptes der ehemaligen Barfüßer-Klosterkirche), (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Kloster, allgemein
    • Klosterkirche

2. Bauphase:
(1803)
Errichtung des Gebäudes als Dienerwohnung des Reutlinger Oberamtes um 1803 (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

3. Bauphase:
(1935)
Umbau, (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

4. Bauphase:
(2004 - 2007)
Sanierung und Umbau im Rahmen des Investitionsprogramms „Zukunft Bildung und Betreuung“ (IZBB), Unterbringung von Mensa sowie von Räumen für die Schülermitverwaltung, Schülerzeitung und die Schulsanitäter, (Information aus dem Reutlinger Generalanzeiger vom 15.10.2007)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Bildung, Kunst und Wissenschaft
    • Mensa
    • Schule, Kindergarten
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Besitzer(6745): ehem. Dienerwohnung des Reutlinger Oberamtes Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
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Fotos

Ansicht von Süden (S. Uhl, 2001) / ehem. Dienerwohnung des Reutlinger Oberamtes in 72765 Reutlingen

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Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Untersuchung und Dokumentation weitere Bezeichnungen: List-Gymnasium Konventgebäude
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Beschreibung(6745): ehem. Dienerwohnung des Reutlinger Oberamtes Beschreibung

Umgebung, Lage: am Südrand der Reutlinger Altstadt gelegen, auf dem Gebiet des ehemaligen Barfüßerklosters
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Bildung, Kunst und Wissenschaft
    • Mensa
    • Schule, Kindergarten
  • Sakralbauten
    • Kloster, allgemein
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): kleines, verputztes, zweigeschossiges Fachwerkgebäude über gedrungen-rechteckigem Grundriss mit zweigeschossigem Satteldach, beidseitig mit Halbwalm
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Unter dem wesltichen Abschnitt des Gebäudes befindet sich ein schmaler, parallel zur westlichen Giebelseite liegender Kellerraum. Erd- und Obergeschoss sind durch eine Mittelquerwand und zwei Längswände in vier verschieden große Zimmer unterteilt. Zusätzlich sind der Treppenaufgang ins Obergeschoss entlang der westlichen Giebelseite und im Erdgeschoss die Kellertreppe durch Wände abgetrennt. Im östlichen Teil des Dachgeschosses befindet sich eine kleine Dachkammer.
Die Erschließung erfolgt auf der westlichen Giebelseite.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): keine Angabenkeine Angaben
Bestand/Ausstattung: keine Angabenkeine Angaben
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Konstruktionen(6745): ehem. Dienerwohnung des Reutlinger Oberamtes Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach mit Schopfwalm (Krüppelwalm)
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit stehendem Stuhl
  • Holzgerüstbau
    • Unterbaugerüst
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
Konstruktion/Material: Die Kellerwände im Norden, Osten und Süden bestehen aus kleinteiligem Bruchsteinmauerwerk. Die Westwand des Keller- und des Erdgeschosses besteht aus größerformatigem Bruchstein. Dabei handelt es sich offensichtlich um den unteren Teil des Chorhauptes der ehemaligen Barfüßer-Klosterkirche. Die übrigen Außen- und Innenwände des Erd- und Obergeschosses sind in Fachwerk gehalten und stockwerkweise abgezimmert. Den oberen Abschluss bildet in Nadelholz abgezimmertes Sparrendach mit verzapften Fußpunkten und eingezapfter Kehlbalkenlage Diese wird durch einen dreifachen stehenden Stuhl unterstützt, der einen mittigen Querverband besitzt und durch verzapfte Kopfstreben in Längsrichtung ausgesteift ist. Die beiden Giebel zeigen zweifach verriegelte Dachwerkwandscheiben mit wandhohen Streben in den Mittelfeldern und 2/3-hohen Streben in den Abseiten.