Objekt(8558): Schweinestall aus Ehningen Schweinestall aus Ehningen

ID: 103494949414
Datum: 06.09.2011
Datenbestand: BauforschungBauforschung
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Information(8558): Schweinestall aus Ehningen Objektdaten

Straße: Schlossstraße
Hausnummer: 12/14
Postleitzahl: 71139
Stadt: Ehningen
Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Böblingen (Landkreis)
Gemeinde: Ehningen
Wohnplatz: Ehningen
Wohnplatzschlüssel: 8115013001
Flurstücknummer: keinekeine
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes
BW
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Objektverknüpfungen(8558): Schweinestall aus Ehningen Objektbeziehungen

Ist Gebäudeteil von:
1. Gebäudeteil: BauforschungFreilichtmuseum Beuren, In den Herbstwiesen

Besteht aus folgenden Gebäudeteilen:
1. Beinhaltet Bauteil: BauforschungSchlegelscheuer aus Beuren, Rathausstraße 1
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Objekt(8558): Schweinestall aus Ehningen Umbauzuordnung

keinekeine
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Objekt(8558): Schweinestall aus Ehningen Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

keinekeine
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Bauphasen(8558): Schweinestall aus Ehningen Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Der Schweinestall aus Ehningen stellt ein kleines, landwirtschaftliches Nebengebäude dar und besitzt im Innern drei Buchten auf einer Grundfläche von ca. 15 m²; d.h. bis zu drei Schweine konnten darin untergebracht werden. Der Stall soll Teil einer Dreiseithofanlage werden, deren Darbietung im FLM vorgesehen ist. Für diese werden hist. nicht zusammenhängende Gebäuden ebd. (wieder-)aufgebaut und sparen einen annähernd quadratischen Innenhof aus. Neben dem Stall aus Ehningen ist aus Beuren dafür eine Scheuer transloziert worden, während das das zur Komplettierung des Ensembles vorgesehene Wohnhaus aus Frickenhausen, zwar 1988 bereits abgebaut (a) wurde, dessen Wiederaufbau steht bis dato (09/2011) allerdings noch aus.

Allg./Hist. Anmerkung:
Schweine wurden bis ins 18. Jh. in Württemberg nur wenig gehalten und erst mit der verbesserten Dreifelderwirtschaft (bei der Kartoffeln fortan auf der Brache angebaut wurden, wo zuvor die Schweine weideten) war eine Masthaltung der Schweine im Stall möglich. Vgl. die steigenden Zahlen der Schweine in Württemberg von 1816 bis ins Jahr 1883 um 178.837 Stück.

Vgl. http://www.freilichtmuseum-beuren.de/museum/rundgang/schweinestall-aus-ehningen/ [22.10.2011], Steffi Cornelius und Barbara Wehling: Hausgeschichten. Ein Führer durch das Freilichtmuseum Beuren, hrsg. vom Landkreis Esslingen, Esslingen 1995, S. 38-41 und Steffi Cornelius: Kurzführer durch das Freilichtmuseum Beuren, hrsg. vom Landkreis Esslingen, Beuren 2004, S. 11.


1. Bauphase:
(1850)
Etwaiger Errichtungszeitpunkt des Schweinestalls (a).
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Bauernhof
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Stallgebäude

2. Bauphase:
(1885)
Das Württembergische Feuerversicherungskataster von 1911 gibt das Jahr 1885 als Baujahr des Schweinestalls an (a). Der Katasterplan von 1830 (s. bauhistorisches Gutachten, Abb. 4) gibt jedoch an selbiger Stelle ein Gebäude etwa gleicher Größe wieder, weswegen vielmehr ein Neuaufbau oder Umbau im Jahr 1885 plausibel erscheint, wie dies auch zahlreiche Befunde stützen, die auf eine Zweitverwendung von Bauteilen schließen lassen (vgl. Blattsassen und Zapfenlöcher in den Deckenbalken, die nur partielle Rußeinschwärzung des Dachgebälks und die Verwendung von Steinen sehr unterschiedlicher Herkunft und Bearbeitung) (gk).
Der mögliche Vorgängerbau müsste sodann eine Feuerstelle gehabt haben und wahrscheinlich auch eine größere Zahl von Öffnungen (vgl. funktionslos eingemauerter Sturz); die frühere Nutzung jedoch bleibt unklar.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

3. Bauphase:
(1988 - 1991)
Abbau des Schweinestalls in Ehningen und Wiederaufbau nach Translozierung im FLM Beuren (a).
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Freilichtmuseum
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Bildung, Kunst und Wissenschaft
    • Museum/Ausstellungsgebäude
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Besitzer(8558): Schweinestall aus Ehningen Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
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Fotos

Schweinestall im FLM  / Schweinestall aus Ehningen in 71139 Ehningen (02.09.2011 - Becker_priv)
Blick auf den Schweinestall von NW noch in Ehningen (1989) / Schweinestall aus Ehningen in 71139 Ehningen (30.11.1989 - Bericht über eine bauhistorische Untersuchung eines Schweinestalls in Ehningen, Büro für bauhistorische Planungsberatung Johannes Gromer, Oppenweiler, bearbeitet von Armin Seidel und Claudius Homolka, Oppenweiler 1989, Abb. 4)

Fensterlose Giebelseite des Schweinestalls; im Hintergrund eine Scheuer aus Beuren / Schweinestall aus Ehningen in 71139 Ehningen (02.09.2011 - Becker_priv)
Hist. Aufnahme der Dreiseithofanlage in Ehningen, li. der Schweinstall (Traufseite) (ca. 1950) / Schweinestall aus Ehningen in 71139 Ehningen (02.09.2011 - Museumstafel FLM Beuren)
Schweinestall im FLM Beuren / Schweinestall aus Ehningen in 71139 Ehningen (http://www.freilichtmuseum-beuren.de/museum/rundgang/schweinestall-aus-ehningen/)
Schweinestall im FLM Beuren / Schweinestall aus Ehningen in 71139 Ehningen (http://www.freilichtmuseum-beuren.de/museum/rundgang/schweinestall-aus-ehningen/)

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Zugeordnete Dokumentationen

  • Restauratorische Untersuchung
  • Bauhistorische Untersuchung
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Beschreibung(8558): Schweinestall aus Ehningen Beschreibung

Umgebung, Lage: Die Gemeinde Ehningen liegt unmittelbar westlich von Böblingen und das Stallgebäude war dort Teil einer Hofanlage am südöstlichen Rand des alten Ortskernes. Im Norden wurde sie von der Schloßstraße, im Osten und Westen von einer weiteren Hofanlage und im Süden von einem ca. 25 m breiten Wiesenstreifen und dem sich anschließenden Flüßchen Würm begrenzt. Die Hofanlage bestand, ähnlich wie benachbarte, aus mehreren Einzelgebäuden, die sich in Form eines Hakengehöfts um einen Hof gruppierten. Dazu zählte ein Wohnhaus im Westen, eine große Scheune im Süden und der Schweinestall im Norden; im Osten befand sich ehem. ein Holzschuppen, der an den Schweinestall angebaut, noch vor der Translozierung aber bereits abgerissen worden war. Der Schweinstall stand traufständig parallel zur Schloßstraße und bildete so die räumliche Trennung zwischen dem öffentlichen Straßenbereich und dem privaten Hof. Wie diese Hofanlage, wurden auch die umliegenden Hofanlagen Ende der 1980er Jahre umfassend saniert. Im FLM Beuren ist der Schweinestall innerhalb einer Dreiseithofanlage, bestehend aus Wohnhaus, Scheune und Stall, wiederaufgebaut, wie es weitgehend der ursprünglichen Situation - in situ - in Ehningen entsprach (vgl. Abbildung). Komplettiert wird das Ensemble aktuell jedoch lediglich durch eine Scheuer (aus Beuren), das Wohnhaus (aus Frickenhausen) fehlt bislang (Sept. 2011).
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Freilichtmuseum
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Bildung, Kunst und Wissenschaft
    • Museum/Ausstellungsgebäude
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Stallgebäude
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): Kleines, massives Stallgebäude aus Back- und Bruchsteine, an den Ecken zur ursprünglichen Hofeinfahrt gar aus Werksteinen errichtet. Entsprechend präsentiert sich das kleine Gebäude als eingeschossiger Quader mit Satteldach.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Der Schweinestall wurde über einer Grundfläche von da. 2,70 x 5,90 m errichtet. Er hat drei Türen und zwei Futterluken mit innenliegenden Sandsteintrögen auf der Südseite, während die drei übrigen Seiten, abgesehen von einer kleiner Öffnung an der Nordseite, fensterlos blieben. Insgesamt wurden drei Stallbuchten vermittels hölzerner Trennwände abgeteilt, wobei bei einer zusätzlich eine Steinplatte verwendet wurde. Die Stallabschnitte sind über den Deckenbalken durch zwei Bretterlagen vom Dachraum getrennt.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): Zum Zeitpunkt der umfangreichen Untersuchung, die der Translozierung des Gebäudes ins FLM Beuren vorausging, war das Gesamtgefüge noch stabil, insb. die Umfassungswände, die kaum Verformungen und Risse aufwiesen, trotz Feuchtigkeit im Bruchsteinfundament.
Bestand/Ausstattung: keine Angabenkeine Angaben
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Konstruktionen(8558): Schweinestall aus Ehningen Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb., mit einheitlicher Gebindeaufreihung
  • Mischbau
    • Steinbau mit Gebäudeteilen aus Holz
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
    • Werkstein
  • Verwendete Materialien
    • Backstein
Konstruktion/Material: Massivbau über einem zweilagigen Fundament mit Bruchsteinen aus Back- und Bruchsteinen (weißer und roter Sandstein) sowie hammerrecht behauenen Schichtsteinen errichtet und mit Werksteinverkleidung (roter Sandstein) an den Ecken der ursprünglichen Hofeinfahrt sowie an den Einfassungen der Tür- und Fensteröffnungen versehen. Die Außenwände wurden mit Kalkmörtel vollflächig verputzt.

Das Gebäude überspannt ein Satteldach mit einer einfachen Fachwerkkonstruktion der Giebeldreiecke, die asymmetrisch auf den Schmalseiten des Quaders aufsitzen und zusammen mit dem Dach ca. 60 cm zur Hofseite (Süden) auskragen. Die Dachdeckung erfolgte vermittels Biberschwanzziegeln. Zwischen dem vierten und dem siebten Sparren (von Westen gezählt) befand sich ehem. eine querliegende keilförmige Öffnung, deren Oberkante vom Firstpunkt des vierten Sparrens diagonal zum siebten hin abfiel. An dieser Stelle war der Dachanschluss des abgebrochenen Holzschuppens gewesen, dessen Pultdach mit dem Satteldach des Schweinestalls eine Kehle gebildet hatte.

Aufwendig gearbeiteter Stallboden, der als hölzerner Spalt(en)boden, wie er bis heute üblich ist, ausgeführt wurde: D.h. auf dem gewachsenen Erdboden wurde eine Lage Erde aufgeschüttet, auf der über die gesamte Grundrissfläche ca. 10 cm starke Sandsteinplatten (hier roter Sandstein) verlegt und entlang der Längsseiten ein Steinsockel erstellt wurde, um ein Auflager für die Oberkonstruktion des Bodens zu haben, die aus Rundhölzern bzw., wie im Fall von Ehningen, aus Eichenbrettern/Sandsteinplatten besteht. Die Austrittsöffnungen befinden sich in der Südwand jeweils unter den Türschwellen, wobei sich in situ in Ehningen vor diesen in der Erde Reste von Gülleauffanggruben fanden. Das Gefälle von ca. 10 cm ermöglichte, dass die Jauche nach außen abfließen konnte und die Tiere so trocken standen.